Die Ketten rasseln, schaurige Musik erklingt.Ich kauer in der Ecke, kaue an den Fingernägel.
Schwere Schritte über mir, der Putz rieselt von der Decke.
Licht leuchtet warm aus den Kürbisfratzen, der Wind bläst kalt.
Die Gänsehaut kriecht mir ins Genick, höhnend lacht Dracula mich aus.
Ein Mensch heult gequält auf, schaudernd halte ich mir die Ohren zu.
Jemand lacht irr, eine Tür quietscht, ein Tor knarrt.
Schatten verfestigen ihre Strukturen, formen dunkle Gestalten.
Rote Augen leuchten aus dem Nichts, schaurige Orgelmusik erklingt. Glocken läuten wild, weit ab jeder Wirklichkeit.
Es klopft, dumpf, kräftig, fordernd.
Ich stehe auf, meine Knie zittern, mein Herz rast.
Das Klopfen wird heftiger.
Die Türklinke liegt kalt in meiner Hand.
Ich kneife die Augen zusammen, reiße die Tür auf.
Die Uhr schlägt ein Uhr an.
Ein Lufthauch umspielt meine Wangen.
Ich blinzle vorsichtig.
Eine Katze verschwindet in der Dunkelheit, eine Fledermaus verfolgt sie.
Ich atme aus, mein Puls beruhigt sich.
Die Geisterstunde ist vorbei.
Nochmal davon gekommen.
Ihr Rudi Jagusch